Gründonnerstag

Der letzte Tag vor Karfreitag

Der Gründonnerstag

Deutschland gehört zu den europäischen Nationen mit den meisten Feiertagen – einer davon ist der Gründonnerstag. Der christliche Feiertag wird auch Palmdonnerstag oder Weißer Donnerstag genannt und findet seit über 1500 Jahren traditionell am fünften Tag der Karwoche statt, also einen Tag vor Karfreitag.


Auch am Gründonnerstag 2013, der dieses Jahr im März stattfindet, wird im christlichen Glauben dem Abendmahl Jesu Christi und seiner 12 Jünger gedacht – dementsprechend hat der Feiertag sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche einen hohen Stellenwert.

Der Gründonnerstag ist kein staatlicher, sondern ein kirchlicher Feiertag. Ihm kommt also weniger Bedeutung im Kalender als im Kirchenjahr zu. Dennoch unterliegt er gewissen Restriktionen.

So gehört er zu den sogenannten „Stillen Feiertagen“, die in den Feiertagsgesetzen der Länder geregelt werden und unter besonderem Schutz stehen.

Wie am Totensonntag und dem Karfreitag herrscht am Gründonnerstag in einigen Bundesländern das Tanzverbot.



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Wann ist der Gründonnerstag 2013?

Gründonnerstag 2013Der Gründonnerstag findet jedes Jahr am fünften Tag der Karwoche statt, also einen Tag vor Karfreitag. Er gehört nicht zu den gesetzlichen, jedoch zu den stillen Feiertagen Deutschlands.

Der Gründonnerstag findet in den nächsten Jahren an folgenden Terminen statt:

  • Gründonnerstag 2013: Donnerstag, den 28.3.2013
  • Gründonnerstag 2014: Donnerstag, den 17.4.2014
  • Gründonnerstag 2015: Donnerstag, den 2.4.2015

Sind am Gründonnerstag Schulferien?

Der Gründonnerstag zwar ein Feiertag, jedoch kein gesetzlicher. Es gibt eine Reihe Feiertage, die nicht gesetzlich verankert sind und damit keine Schulferien auslösen. Zu ihnen gehören zum Beispiel der Buß- und Bettag, der Totensonntag, Fronleichnam und eben auch der Gründonnerstag. Für Arbeitnehmer sind das ganz normale Arbeitstage.


In den meisten Bundesländern fällt der Gründonnerstag aber ohnehin in die Ferien. Lediglich in Sachsen fangen die Osterferien 2013 erst am 29. März und damit einen Tag nach dem Gründonnerstag (Karfreitag) an. Alle anderen Länder haben da bereits Ferien.

Geschichte des Gründonnerstags

Gründonnerstag ist einer der ältesten Feiertage Deutschlands – gefeiert wird mittlerweile seit über 1.500 Jahren. Kein Wunder, schließlich handelt es sich um den letzten Tag vor Karfreitag.

Der Überlieferung zu folge nahm Jesus mit seinen 12 Jüngern am Vorabend seiner Kreuzigung das letzte Abendmahl ein. Indem er im Rahmen des Abendmahls das Brot brach und mit den anderen Teilnehmenden aus einem Kelch trank, begründete er die Eucharistie. Dieses letzte Mahl hat daher im Christentum eine ganz besondere Stellung und wurde in unzähligen Kunstwerken, Liedern und Predigten verarbeitet. Brot und Wein sind sogar zu Symbolen des gesamten Christentums geworden.

Dieses Abendmahl hat im christlichen Glauben zwei Bedeutungen: Zum einen ist es das Ende, denn einen Tag darauf starb Jesus. Er wanderte zum Ölberg, wurde von Judas verraten und von den Römern verhaftet. Zum anderen ist es aber auch der Anfang, denn das Abendmahl läutet auch Jesus Auferstehung ein. Trotz Judas‘ Verrat und das Leugnen seiner Jünger nahm Jesus die Schuld auf sich und machte Hoffnung auf ein besseres Leben nach dem Tod. Jesus forderte seine Jünger auf, fortan das Abendmahl zu zelebrieren – und begründete damit die Tradition des Abendmahls an Gründonnerstag. Die Einsetzung der Eucharistie war ein wesentlicher Bestandteil der christlichen Liturgie.

Bedeutung des Gründonnerstags in der Kirche

Gründonnerstag hat in der christlichen Liturgie und im Kirchenjahr einen hohen Rang. Denn er läutet das Triduum Sacrum ein, also die drei österlichen Feiertage Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag.

Der Gründonnerstag ist damit eigentlich kein eigener Feiertag im engeren Sinne. Der Abend des Gründonnerstag dient als „Vorbote“ der Passion Christi, die sich beginnend mit diesem Abend innerhalb eines einzigen Tages vollzog und am Freitagabend – dem Beginn des Jüdischen Shabat – beendet war. Deswegen wurde der Gründonnerstag nicht von Anfang an, sondern erst im Siebten Jahrhundert als eigener Feiertag deklariert. Weil die Kartage mit der Passion Christi mit einem traurigen Charakter belegt sind, wird der Gründonnerstag in allen Konfessionen nicht prächtig, sondern bescheiden gefeiert.

Gründonnerstag weltweit

Der Gründonnerstag wird in vielen Ländern weltweit gefeiert. Auf Englisch trägt er die Bezeichnung “Maundy Thursday” (manchmal auf “Holy Thursday”). Das Wort “Maundy” stammt vom Lateinischen “”mandatum”, was soviel bedeutet wie “Gebot”. Das geht auf das Gebot Jesu beim letzten Abendmahl zurück:

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. (Johannes 13, 34)

In Großbritannien verteilt der Monarch (bzw. die Queen) traditionell Geld (“Maundy Money”) an arme, betagte Menschen. Für jedes Lebensjahr des Monarchen wird ein älterer Mitbürger ausgewählt. Diese erhalten spezielle Geldmünzen, die offizielles Zahlungsmittel, aber auch bei Sammlern hochbegehrt sind.

Bis zum Tode König James II wusch der Monarch sogar die Füße einer Menschen, um die Fußwaschung Jesu zu symbolisieren. Dabei muss allerdings gesagt werden, dass die Füße bereits von einem Diener vorgewaschen wurden, bevor der König sie öffentlich berührte.

In manchen Ländern, wie zum Beispiel der Tschechischen Republik oder in Luxemburg, wird das Schweigen der Glocken vom Gründonnerstag bis Ostern am Ostersonntag von Kindern beendet, die mit Holz-Ratschen lärmend durch die Straßen ziehen.

In Schweden verkleiden sich Kinder am Gründonnerstag als Hexen. Sie ziehen, ähnlich wie an Halloween, von Haus zu Haus und erhalten Süßigkeiten oder Ostereier.

In Bulgarien bemalen die Menschen am Gründonnerstag die Ostereier.

An vielen Orten in Spanien finden stille Prozessionen statt, die oft eine große Anziehung auf Touristen anziehen. Die Prozession auf Mallorca gilt als eine der schönsten in ganz Spanien.

In Italien finden ebenfalls beeindruckende Prozessionen statt – sowohl am Gründonnerstag als auch am Karfreitag und Ostersamstag. Die Prozessionen werden betont langsam durchgeführt – so dauert eine Prozession von einem Kilometer Länge schon einmal neun Stunden.

In Georgien wäscht das Kirchenoberhaupt die Füße von 12 Priestern, die die Jünger Jesu symbolisieren.


Auf Malta, den Phillippinen sowie in vielen südamerikanischen Ländern besuchen die Menschen traditionell sieben Kirchen. Dieser Brauch entstammt vermutlich dem Mittelalter und soll den Leidensweg Christi mit seinen Stationen symbolisieren. Teilweise werden statt sieben auch 14 Kirchen besucht.

Manche Kirchengemeinden in den USA spielen am Gründonnerstag die Geschehnisse aus der Bibel nach.

In vielen Ländern der Welt ist der Gründonnerstag außerdem ein offizieller Feiertag, so zum Beispiel in Norwegen, Dänemark, Kolumbien oder weiten Teilen Spaniens.

Wie wird der Gründonnerstag begangen?

In der evangelischen Kirche besteht der Höhepunkt des Feiertags in einem Abendmahlsgottesdienst, der besonders gestaltet wird. Manche evangelischen Strömungen plädieren dafür, dem Gründonnerstag eine größere Bedeutung beizumessen und rituell auch mehr zu würdigen.

Katholischer Priester beim GründonnerstagIn der katholischen Kirche wird der Gründonnerstag wesentlich aufwändiger gefeiert. Zunächst findet die heilige Messe (Gottesdienst) statt, als frühster Zeitpunkt wird meist 16h, als spätester 20h angegeben. Oft wird dabei die Gloria gesungen. Nach dieser Messe dürfen die Glocken erst wieder an Ostern läuten. Außerdem werden die Schellen der Messdiener durch kleine Holzplättchen mit Klöppeln daran ersetzt – auch die Schellen dürfen erst wieder zum Fest der Auferstehung erklingen. Um die Menschen zur Messe einzuladen, ziehen die Messdiener mit Ratschen durch die Gemeinde. Die Ratschen sollen dabei auch an die Leiden Jesu Christi erinnern.

In manchen Gemeinden wird anschließend eine symbolische „Fußwaschung“ vollzogen. Denn auch Jesus hat 12 Männern die Füße gewaschen. Mit dieser rituellen Waschung soll ausgedrückt werden, dass Kirchenleute „Dienstmänner“ sind, nämlich für die Kirche und im Namen Gottes. Diese Symbolik führte im Mittelalter sogar soweit, dass selbst hohe Fürsten oder sogar Könige die Fußwaschung im Rahmen des Gottesdienstes vollzogen.

Nach der Messe folgt die Ölbergandacht. Dazu wird der Hostienkelch in einer Prozession zum Seitenaltar oder eine Kapelle gebracht. Die Prozession ist möglichst schlicht gehalten und soll an den einsamen Weg Jesu Christi zum Ölberg erinnern, wo er nach dem Verrat durch Judas von den Römern verhaftet wurde. Vom Hauptaltar werden aller Schmuck und alle Kerzen entfernt. Diese „Entblößung“ soll daran erinnern, dass auch Jesus entkleidet wurde. Sie dient der Trauer über die Leiden Jesu und seinen nahenden Tod.

Im Anschluss daran wird in vielen Gemeinden dann traditionell die Gebetswache gehalten. Außerdem werden am Gründonnerstag in der Bischofskirche die Öle geweiht. Dazu zählen das Chrisam, ein mit Duftstoffen vermengtes Olivenöl, und das Katechumenöl. Diese Öle stehen symbolisch für den Heiligen Geist Gottes und werden bei der Sakramentsprechung benötigt, also z.B. bei der Taufe.

Was muss man am Gründonnerstag beachten?

Wie die meisten Feiertage unterliegt der Gründonnerstag einem bestimmten Schutz bzw. ist mit gewissen Einschränkungen verbunden. Diese werden in den Feiertagsgesetzen der einzelnen Länder geregelt.

Tanzverbot am Gründonnerstag

Wie alle sogenannten „Stillen Feiertage“ unterliegt der Gründonnerstag in einigen Ländern dem Tanzverbot. Dieses erstreckt sich entweder nur auf bestimmte Stunden oder auf den ganzen Tag:

  • Bayern: ganztägig
  • Baden-Württemberg: ganztätig
  • Hessen: 04-24h
  • Niedersachsen: 05-24h
  • Nordrhein-Westfalen: 18-24h
  • Rheinland-Pfalz: 04-24h
  • Saarland: 04-24h

In den übrigen Ländern herrscht kein Tanzverbot.

Brauchtum am Grünonnerstag

Interessant ist, dass viele Bräuche, an denen man an diesem Feiertag besonders festhält, aus dem Volksaberglauben stammen.

Wie die Geschichte um den Namen des Feiertags schon andeutet, spielen am Gründonnerstag grüne Gemüse und Eier, sowie die Farbe Grün insgesamt eine besondere Rolle.

Gemüse

War es früher vor allem Brauch, zu Gründonnerstag zusammen Kräuter sammeln zu gehen, begnügt man sich heute mit dem Verzehr von grünem Gemüse und grüner Feldfrüchte. Früher hoffte man dadurch nach dem langen Winter die Kraft und Stärke des Frühlings aufzunehmen – was sogar stimmt, denn Frühlingsgemüse wie Grünkohl enthalten viele Vitamine und Spurenelemente. Ein Grund für viele, nach wie vor an diesem Brauch festzuhalten.

Außerdem bestellte man in manchen Regionen zu Gründonnerstag Feld und Garten – in dem Glauben, dass dies eine besonders reiche Ernte beschere. Auch hier spielt die Farbe Grün als Farbe der Hoffnung eine besondere Rolle.

Eier

Eier, die zu Gründonnerstag gelegt wurden, waren die so genannten Antlasseier oder Gründonnerstagseier. Diese wurden im Mittelalter zur Kirche gebracht und geweiht. Anschließend verspeiste man zusammen mit seiner Familie einen Teil der Eier. Wichtig war dabei, auch ein Stück der Schale mit zu essen – denn ihr wurden besondere Kräfte zugesprochen. Die Reste der Eier und der Schale mussten daraufhin ins Feuer geworfen werden. Dadurch, so glaubte man, war man das ganze Jahr über vor allerlei Krankheiten und Leiden geschützt.

Daneben wurden die Antlasseier noch für viele andere Abwehrzauber eingesetzt. So war es in manchen Regionen z.B. Brauch, einen Teil der Schale in den Herd oder die Hauswand einzumauern oder sie im Garten oder im Stall einzugraben. Je nach Platzierung erhoffte man sich so Schutz vor bösen Geistern, eine reiche Ernte oder Schutz vor Erkrankungen des Viehs. Legte man das Ei auf den Dachboden, so hieß es, war man vor Blitzeinschlägen gefeit. Ein Ei vergraben in der Nähe eines Stroms wehrte Überschwemmungen ab. Sogar Hexen konnte man der Legende nach durch die Gründonnerstagseier erkennen und abwehren.

In manchen Regionen Deutschlands sucht man heute Eier bereits an Gründonnerstag statt an Ostern.

Wie kam der Gründonnerstag zu seinem Namen?

Die Spekulationen um den Namen des Gründonnerstags sind vielfältig wie gegensätzlich – aber schließen sich nicht zwangsläufig gegenseitig aus. So kann die Bezeichnung “Grüner Donnerstag” sowohl vom Wörtchen “grün” kommen als auch von älteren Worten, die mit “grün” nichts zu tun haben.

Eine Theorie ist, dass der Gründonnerstag etymologisch von dem mittelhochdeutschen Wort „greinen“ abstammt. Greinen bedeutet so viel wie „weinen“. Diese Ableitung würde Sinn machen, wenn man sie auf die weinenden Büßer bezieht. Im Mittelalter wurden bestrafte Sünder zu Gründonnerstag nämlich wieder in die Gemeinde aufgenommen und galten nach Lukas 23,31 wieder als „grünendes Holz“ am Stamme der Kirche – was auf eine weitere mögliche Herkunft des Namens deutet. Aus diesem Grund wird der Feiertag auch „Antlasstag“ genannt. Antlass leitet sich aus dem Wort „Ablass“, also dem Erlass von begangenen Sünden ab. Im Mittelalter war es Brauch, am Gründonnerstag besondere (Heil-)Kräuter zu sammeln und diese mit Blumen zu einem Antlasskranz zu flechten. Der Kranz wurde dann zusammen mit den sogenannten „Antlasseiern“ – also Eiern, die an Gründonnerstag gelegt worden waren – bis zum Erntedankfest aufbewahrt. Sowohl dem Kräuterkranz als auch den Antlasseiern wurden besondere Kräfte zugesprochen.

Andere sind der Meinung, dass die Herleitung von „Grienen“ bzw. Greinen / Weinen keinen Sinn machte, weil ja am Gründonnerstag selbst noch nicht geweint wurde. So besteht eine weitere Theorie darin, dass der Gründonnerstag schlicht von der Farbe der priesterlichen Gewänder abgeleitet worden wäre. Zwar hat der Feiertag in der Liturgie traditionell die Farbe Weiß (deswegen auch „Weißer Donnerstag“) – diese Vorgaben waren jedoch nicht verbindlich. So ist es möglich, dass es zu regionalen Abweichungen gekommen ist und manche Messdiener im Mittelalter grüne Gewänder getragen haben.

Eine andere Herleitung für den Namen des Gründonnerstags besteht darin, dass im Mittelalter an diesem Feiertag immer besonders viel grünes Gemüse gegessen wurde, wie z.B. Grünkohl, aber auch Kräuter. Dies stand zum einen im Einklang mit der Karwoche, die den Verzehr von Fleisch verbietet. Zum anderen war dies aber auch saisonal bedingt, da im Frühling natürlich auch besonders viel grünes Gemüse wächst. Daneben war mit dem Verzehr von grünem Gemüse die Hoffnung verbunden, Kraft und Stärke für das kommende Jahr aufzunehmen.

Der genaue Ursprung des Namens bleibt nach wie vor ungeklärt – wahrscheinlich ist, dass eine Kombination von verschiedenen Faktoren zu der Bezeichnung des „Gründonnerstag“ geführt hat.

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